Tests und Erfahrungen

Falm STEAKGRILLER Test

Falm Steakgriller
Verfasst von Christian Reder

Kleines, praktisches Kraftpaket mit großer Ausstattung! Die Firma Falm – Produkte GmbH aus Dinslaken bietet seit einiger Zeit einen neuen Oberhitzegrill, den STEAKGRILLER an. Herzlichen Dank an dieser Stelle an die Geschäftsführer Antje und Frank Klinger für den netten Kontakt und die unkomplizierte zur Verfügung Stellung eines Testgerätes. Was der STEAKGRILLER kann und ob er mit der Konkurrenz mithalten kann, erfahrt ihr im folgenden Testbericht.

FALM STEAKGRILLER

Lieferumfang und erster Eindruck

Schon das Gewicht des Kartons, in dem der STEAKGRILLER geliefert wird lässt darauf schließen, dass man es hier mit einem soliden Grill zu tun hat. Dieser erste Eindruck bestätigt sich dann beim Auspacken des Oberhitzegrills. Der gewichtige, kleine Kerl ist absolut sauber verarbeitet und mit Edelstahlblechen von mehr als ausreichender Stabilität konstruiert. Das Gehäuse besteht aus Edelstahl mit einer Stärke von 1,5mm und 2mm und sticht damit im Bereich der doppelwandigen Steakgrills positiv heraus. Andere Grills mit zwei Außenhäuten weisen in der Regel eine Wandstärke von “nur” 1mm auf. Die Blechstärke hat zwar für die Grillergebnisse und die allgemeine Bedienung im Alltag keine wirkliche Relevanz, aber der STEAKGRILLER wirkt dadurch wirklich unkaputtbar. Ich würde behaupten, man kann sich Problemlos auf den Grill drauf stellen, ohne dass er es auch nur mitbekommt. Da es sich aber um ein Leihgerät handelt, habe ich das mit meinen 100kg natürlich nicht getestet 😉

FALM STEAKGRILLER

Im Lieferumfang des STEAKGRILLER befinden sich konkret folgende Teile:

  • Der STEAKGRILLER selbst
  • Zwei GastroNorm Schalen
  • Zwei Grillroste
  • Ein Rostheber
  • Eine seitliche Ablage aus Edelstahl
  • Eine vordere Ablage aus Edelstahl
  • Ein Grillhandschuh
  • Ein Gasschlauch
  • Ein Gasdruckregler
  • Eine Bedienungsanleitung

Der STEAKGRILLER hat damit den größten Lieferumfang aller Grills im Test. Gerade die beiden Ablagen und die zwei Roste erweisen sich im Grill-Alltag als sehr nützliches Zubehör, welches bei der Konkurrenz entweder gar nicht (Ablagen) oder meist nur gegen Aufpreis (Zusatz-Grillrost) erhältlich ist.

Wie der STEAKGRILLER verpackt ist und was einem beim auspacken erwartet, könnt ihr ausführlich in unserem STEAKGRILLER Unboxing nachlesen.

FALM STEAKGRILLER

Verarbeitung und Qualität des STEAKGRILLER

Der erste Eindruck bestätigt sich auch bei genauerer Betrachtung des Oberhitzegrills. Der STEAKGRILLER ist ein grundsolides Gerät und scheint für die Ewigkeit konstruiert zu sein. Als einziger Steakgrill im Test hat der STEAKGRILLER im oberen Bereich 2 Tragegriffe, ebenfalls aus Edelstahl, die selbst nach einer Stunde Dauerbefeuerung nur handwarm werden und mit denen er sich auch im heißen Zustand problemlos umpositionieren lässt. Gerade für Griller mit wenig Platz ein echtes Kaufargument, denn so kann man den STEAKGRILLER direkt nach der Benutzung einfach mal schnell zur Seite stellen, ohne Handschuhe benutzen zu müssen. Eine wirklich tolle Idee, die sich die Konkurrenz mal ruhig abkucken soll.

Das zentrale Gehäuseteil, also die Fläche oben und die Seiten sind aus einem 1,5mm dickem Stück Edelstahlblech gefertigt. Die doppelwandige Konkurrenz weißt hier nur 1mm Stärke auf. Außerdem fällt der STEAKGRILLER durch seine vielen Rundungen statt “eckigen” Kanten auf. Das macht seine Erscheinung sehr gefällig, elegant und edel. Zudem fasst er sich dadurch sehr angenehm an. Ein echter Handschmeichler.

FALM STEAKGRILLER

Rostführung

Der STEAKGRILLER arbeitet mit Rostführungen die zwar – für eine leichtere Reinigung des Garraumes – nach lösen von vier Inbusschrauben je Seite entnehmbar sind, aber gerade die hinteren Schrauben sind etwas fummelig zu lösen, weil man schlecht ran kommt. Das können andere Oberhitzegrills mit Rostführungen, die sich werkzeuglos innerhalb  von Sekunden entnehmen lassen, wesentlich besser. Die insgesamt 7 Einschübe (die oberste Ebene mitgerechnet) lassen sich problemlos mit dem Rost bestücken. Alles sitzt und nichts ist hakelig. Die Einschübe sind im Abstand von etwas mehr als 2cm angeordnet, so dass man die Höhe für das kostbare Bratgut ausreichend fein justieren kann. Hier gibt es nichts zu meckern.

An dieser Stelle sei nochmal erwähnt, dass der STEAKGRILLER mit gleich zwei Rosten ausgeliefert wird. So kann man, während ein Steak in der Höllenglut schmort, schon mal das nächste Stück vorbereiten. Wirklich sehr praktisch im Alltag!

Falm Steakgriller

Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme des STEAKGRILLER gestaltet sich unkompliziert. Da er komplett vormontiert geliefert wird, muss man nur noch Gasschlauch und Druckregler an Gerät und Gasflasche anschrauben, Dichtigkeit prüfen und dann kann es auch schon los gehen.

Der eingebaute Piezozünder erleichtert das Anzünden wesentlich. 2-3 mal drücken und das ausströmende Gas entzündet sich. Fertig. Keine Hitzeschutzhandschuhe und kein Feuerzeug oder Zündhölzer nötig, wie das bei manch anderem Oberhitzegrill der Fall ist. Durch die Pfeilmarkierung im Halteblech für den Piezozünder ist die aktuelle Einstellung des Gasreglers problemlos erkennbar. Dies ist im Übrigen auch eine Voraussetzung für die Erfüllung der Gasgeräterichtlinie 2009/142/EG, die jeder Gasgrill erfolgreich abgelegt haben sollte, wenn Ihr ihn kauft.

Durch den kleineren Garraum als bei den meisten anderen Oberhitzegrills war der STEAKGRILLER im Test innerhalb von nur 5 Minuten auf Temperatur und einsatzklar. Ein Spitzenwert!

FALM STEAKGRILLER

Rostfläche

Der STEAKGRILLER hat eine Rostfläche von ungefähr 26,5cm mal 16cm. Damit schenkt er sich nicht viel im Vergleich zu den anderen Oberhitzegrills im Test. Das ist auch kein Wunder, weil sich fast alle an der 1/4 GastroNorm Größe orientieren, was sehr sinnvoll erscheint. Gerade wenn man sich mal noch eine GN Schale oder ähnliches dazu kaufen möchte, dann kommt einem dieses Format sehr entgegen und erleichtert den Zubehörkauf.

Der Grillrost weist eine Materialstärke von 3mm auf, genau so wie der Rostheber. Für den Anwendungsbereich absolut ausreichend. Die Ausschnitte im Grillrost sind bei dem meisten Oberhitzegrills diagonal angeordnet. Beim STEAKGRILLER verlaufen diese senkrecht zur Seitenfläche. Das hat keinerlei Vorteile oder Nachteile aus meiner Sicht, dient aber eventuell der optischen Abgrenzung zur Konkurrenz. Was auffällt ist, dass der Grillrost des STEAKGRILLER nur auf einer Seite eine Aussparung für den Rostheber hat. Dies ist zwar grundsätzlich kein großes Problem, aber im Alltagstest hat sich gezeigt, dass es ganz praktisch ist, wenn man den Rostheber von beiden Seiten in den Rost stecken kann. Das ist zwar nur eine Kleinigkeit, aber alle anderen getesteten Oberhitzegrills arbeiten hier beidseitig. Eventuell Raum für eine kleine Verbesserung bei der nächsten Version des STEAKGRILLER.

FALM STEAKGRILLER

Toastbrottest

Ob die Rostfläche nur schöner Schein, oder auch wirklich effektiv nutzbare Grillfläche ist, zeigt sich beim Toastbrottest. Hier leistet sich der STEAKGRILLER keinerlei Schwächen. Wie auf dem Foto unten gut zu erkennen, strahlt die Hitze des Keramikbrenners relativ gleichmäßig über die gesamte Rostfläche ab. Lediglich zum Einschubbereich hin nimmt sie (wie bei allen getesteten Grills) bauartbedingt abrupt ab. Irgendwann ist eben einfach der Brenner zu Ende und damit auch die Hitzequelle. Alles in allem liefert der STEAKGRILLER in der Kategorie Toastbrottest ein tolles Ergebnis ab.

FALM STEAKGRILLER

Grilltest

Wie alle Grills im Test, musste auch der STEAKGRILLER in der Praxis bestehen. Dafür haben wir analog zu den anderen Tests ein geniales Black Label Dry Aged Ribeye von www.der-ludwig.de vergrillt. Die handverlesenen Cuts sind traumhaft marmoriert und damit ideal als Grundlage für einen Test von Spezialgrills geeignet. Danke an dieser Stelle nochmal an Dirk Ludwig für die Unterstützung des Oberhitzegrill Test 2017.

FALM STEAKGRILLER

Wie bereits vermutet lässt sich der Rost völlig problemlos in den Grill einführen und auch wieder entnehmen. Trotz einer Materialstärke von nur 1mm bei den Rostführungen, verzieht sich auch bei längerem Betrieb nichts. Die Abstände der Rostführungen sind so bemessen, dass man für alle normalen Fleischstücke einen optimalen Abstand zum Brenner findet. Also nichts wie rein mit dem guten Stück Fleisch und das Inferno nimmt seinen Lauf 🙂

 

FALM STEAKGRILLER

Der Toastbrottest hat angedeutet, was sich dann in der Praxis bewahrheitet hat. Der STEAKGRILLER liefert ein wirklich geniales und vor allem gleichmäßiges Grillergebnis ab. Die gesamte Steakoberfläche wurde knusprig braun und der Keramikbrenner hat für eine Maillard-Reaktion der Extraklasse gesorgt. So wünscht man es sich und der STEAKGRILLER enttäuscht nicht. Hier hat die Firma FALM wirklich gute Arbeit geleistet.

FALM STEAKGRILLER

Reinigung

Das leidige Thema Reinigung (oder gibt es wirklich jemanden der GERNE Grills putzt?) haben wir uns natürlich auch beim STEAKGRILLER mal genauer angesehen. Was auf den ersten Blick im Vergleich sehr positiv auffällt ist, dass fast das gesamte Tropffett in den beiden Auffangschalen landet. Hier zeigt sich der riesen Vorteil einer zweiten Ablagefläche vor dem Grill. Wenn man den Rost zum wenden des Steaks nämlich nach 60 Sekunden aus dem Oberhitzegrill herauszieht, dann tropft einem bei vielen Konkurrenzgrills der Bereich vor dem Grill total voll. Das wird hier vermieden und die Fleischsäfte werden in der zweiten GN Schale aufgefangen.

Natürlich kann man sich auch vor die anderen Steakgrills einfach eine zweite Schale davorstellen, aber das geht nur, wenn man auch genügen Ablagefläche für Grill und und Zubehör hat. Viele stellen sich ihren Oberhitzegrill auch auf die seitliche Ablage ihres Hauptgrills. Da kann man dann bei den anderen Oberhitzegrills aus Platzgründen nicht einfach so eine GN Schale davorstellen und alles tropft auf den Boden. Beim Steakgriller kann die zweite Schale auch einfach so mit dem vorderen Halter “in der Luft” hängen und braucht keine zusätzliche Abstellfläche. Eine clevere Lösung, wie wir meinen.

Temperaturentwicklung und Sicherheit

Der STEAKGRILLER erreichte in unseren Tests eine am Brenner mit einem Infrarotthermometer gemessene Höchsttemperatur von ca. 880 Grad. Ein toller Wert, der eine ideale Voraussetzung für schmackhaft krosse Krusten ist. Bedingt durch die relativ kleine Bauhöhe ist die Temperatur im Bodenbereich des Grills selbst auf kleinster Flamme immer nich relativ hoch, was es schwierig macht Steaks im STEAKGRILLER auf Temperatur zu ziehen, ohne dass ein grauer Rand im Fleisch entsteht. Man kann sich hier Abhilfe schaffen, indem man das Steak nach dem verpassen der Kruste in Alufolie wickelt, bevor man es im STEAKGRILLER nachziehen lässt, aber dadurch weicht dann natürlich die Kruste wieder auf und man muss das Steak evtl. erneut kurz aufknuspern.

Besser fährt man hier, wenn man das Fleisch entweder Sous-Vide oder mit einem zusätzlichem Grill mit indirektem Setup auf die gewünschte Kerntemperatur zieht. In dieser Kombination erweist sich der STEAKGRILLER dann aber als echte Steakmaschine, die geniale Krusten am laufenden Band zaubern kann.

Dank der doppelwandigen Ausführung bleibt der STEAKGRILLER in der unteren Gehäusehälfte an der Außenseite nur handwarm. Vermutlich durch die kleine Bauart bedingt, wird er an der oberen Hälfte aber ziemlich heiß und man sollte dort im Betrieb (wie bei allen anderen Geräten, die heiß werden natürlich auch!) besser nicht versehentlich hinkommen.

Die aktuelle Position des Gasregeglers lässt sich durch den herausgelaserten Pfeil im Halteblech gut ablesen. Ein Kritikpunkt ist jedoch, dass sich im hinteren Bereich des STEAKGRILLER keine Abschirmbleche befinden. Die Zuleitung des Piezozünders und die relativ fragile Leitung des Thermoelements liegen (wie bei einigen anderen Oberhitzegrills leider auch) frei. Eine versehentliche Beschädigung – gerade wenn man denn Grill oft umstellen sollte (wenn er z.B. bei Nichtbenutzung woanders gelagert wird) – ist somit nicht ausgeschlossen. Das können ein paar andere Oberhitzegrills besser.

FALM STEAKGRILLER

 

Alltagstauglichkeit

Im Alltag zeigt sich der STEAKGRILLER als kraftvoller Zwerg mit praktischen Extras. Gerade die zusätzlichen Ablageflächen sind Gold wert. Zudem lässt sich die seitliche Ablagefläche wahlweise sowohl links als auch rechts anbringen. Wirklich nützlich und durchdacht! Das Gehäuse des STEAKGRILLER ist verschraubt und nicht, wie einige Konkurrenten vernietet. Das macht es möglich, dass man den Grill nach längerer Betriebszeit auch mal komplett zerlegen und richtig sauber machen kann. Das dadurch natürlich vermutlich die Gewährleistung des Herstellers erlischt, dürfte aber jedem klar sein.

Die beiden Tragegriffe an der Oberseite des Grills sind extrem praktisch, weil man ihn dadurch auch mal während des Betriebs, oder wenn er noch heiß ist, anders positionieren kann. Von dieser Idee könnten sich die anderen Oberhitzegrill-Hersteller mal eine Scheibe abschneiden. Durch die kleine Bauform lässt sich der Steakgrill auch gut in einem Schrank oder anderen Stauräumen lagern. Er ist also eine echte Empfehlung für Alle, die wenig Platz haben. Sämtliche anderen, getesteten Oberhitzegrills sind größer.

Die Reinigung gestaltet sich relativ problemlos, auch wenn werkzeuglos entnehmbare Führungsschienen (wie bei zwei anderen Modellen im Test) für den Rost das Optimum darstellen würden.

Preis und Bezugsquellen

Der STEAKGRILLER von FALm ist sowohl im Online Shop von FALM selbst, als auch bei Drittanbietern erhältlich. Mit einem Verkaufspreis von von 599,- Euro liegt der STEAKGRILLER was die Anschaffungskosten angeht im Mittelfeld der getesteten Oberhitzegrills. Bei der Bewertung des Preises sollte man aber auch die wirkliche tolle Ausstattung und die sehr stabile und wertige Verarbeitung des Gerätes berücksichtigen. Komplett betrachtet kann der STEAKGRILLER mit einem wirklich gutem Preis-Leistungsverhältnis überzeugen.

FALM STEAKGRILLER – Fazit

Der STEAKGRILLER von FALM kann im Test überzeugen. Viel Zubehör, eine tolle Verarbeitung, ein ansprechendes Design und nicht zuletzt ein tolles  Grillergebnis machen den STEAKGRILLER zu einem idealen Begleiter für Steakfans. Gerade wenn man wenig Platz zur Verfügung hat, dann gibt es zum STEAKGRILLER derzeit praktisch keine Alternative.

Genau dieses Kompakte Format ist aber auch einer der wenigen Kritikpunkte an diesem Oberhitzegrill. Da der relativ niedrige Garraum macht es schwierig, Steaks perfekt auf die gewünschte Temperatur zu ziehen und genau das möchte man als Oberhitzegriller ja…ein perfektes Ergebnis.

In Kombination mit einem Sous-Vide Gerät oder einen Zweitgrill mit indirektem Bereich ist der STEAKGRILLER aber eine Höllenmaschine, die problemlos stundenlang perfekte Steaks wie am Fließband produzieren kann.

Einen rundum perfekten Oberhitzegrill hatten wir leider nicht im Test. Es bleibt leider immer der ein oder andere Wunsch offen. Deshalb muss jeder für sich selbst entscheiden, welches der geeignetste  Steakgrill für ihn ist.

Am besten herausfinden und vergleichen, ob der STEAKGRILLER das perfekte Gerät für Euch ist, könnt Ihr mit unserem großen Oberhitzegrill Test 2017.

Falm Steakgriller

 

Über den Autor:

Christian Reder

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