Tests und Erfahrungen

Der große Oberhitzegrill Test 2017

BEEFER und CO. im Test
Verfasst von Christian Reder

Wenn es um das Thema Steakgrills geht, dann fällt praktisch im Rahmen jeder Fachsimpelei unter Grillbegeisterten ein Name – BEEFER! Die Firma BEEFER Grillgeräte GmbH hat 2014 den ersten Oberhitzegrill für Privathaushalte auf den Markt gebracht und damit eine völlig neue Produktkategorie im Bereich der Grills geschaffen. Oberhitzegrills waren bis zu dem Zeitpunkt ausschleißlich Steakhäusern vorbehalten, da sie auf Grund Ihres Anschaffungspreises von mehr als 10.000 Euro und ihrer schieren Größe für Privatanwender völlig ungeeignet waren.

Frank Hecker hat es zusammen mit seinen beiden Mitgründern geschafft, dieses Grillerlebnis mit seinem ersten Oberhitzegrill, dem BEEFER ONE, auch in Privathaushalte zu bringen. Es ging ein Raunen durch die Grillszene und die Fleischfreunde waren schlichtweg begeistert von der Kruste, die der gasbetriebene BEEFER innerhalb von Sekunden auf Ihre Steaks gezaubert hat. Mittlerweile sind 3 Jahre vergangen und den BEEFER ONE gibt es immer noch. Neben dem ONE hat die Firma BEEFER aber seinen in vielen Punkten stark verbesserten Nachfolger, den BEEFER ONE PRO und zwei Gastro-Steakgrills, nämlich den BEEFER XL und den BEEFER XL Chef im Angebot. Es gibt also nicht mehr nur DEN BEEFER, sondern eine ganze BEEFER Familie.

BEEFER ONE PRO

Die Begeisterung der Griller für den BEEFER blieb aber natürlich nicht unbemerkt von anderen Firmen. Dies führte dazu, dass es mittlerweile eine zweistellige Zahl an Oberhitzegrill-Herstellern gibt, die jeweils ein oder gleich mehrere Modelle im Angebot haben. Zudem gibt es in vielen Grillforen Diskussionen und Anleitungen wie man sich einen Oberhitzegrill selber baut und es gibt auch Firmen, die Gehäusebausätze für Oberhitzegrills verkaufen, die man dann selbst (mit zusätzlich notwendigen Komponenten) zu einem vollständigen Oberhitzegrill ausbauen kann.

Zudem gibt es heute nicht mehr nur gasbefeuerte Oberhitzegrills. Auch Strom (aus einer ganz normalen Haushaltssteckdose) oder auch die gute, alte Grillkohle dienen bei einigen Geräten mittlerweile als Treibstoff für eine Oberhitze von teilweise mehr als 800 Grad, mit der euren Steaks mal so richtig eingeheizt wird.

Da es mittlerweile also eine Vielzahl an Möglichkeiten gibt, wenn man sich einen Oberhitzegrill zulegen möchte, haben wir für euch den großen Oberhitzegrill Test 2017 gestartet. Im ersten Durchlauf schauen wir uns acht verschiedene Steakgrills mal genauer an. Später testen wir dann weitere Geräte für euch, damit ihr am Ende wirklich einen möglichst vollständigen Marktüberblick bekommt und euch besser entscheiden könnt, welches der richtige Oberhitzegrill FÜR EUCH ist.

Oberhitzegrills

Konkret haben wir für euch in einem ersten Durchlauf folgende Oberhitzegrills getestet:

Wir haben beim Oberhitzegrill Test folgende Kriterien genauer betrachtet:

Lieferumfang und erster Eindruck

Die Oberhitzegrills im Test unterscheiden sich zum Teil stark, was den Lieferumfang und die Verpackung angeht. Was das mitgelieferte Zubehör angeht, hat uns der STEAKGRILLER von FALM sehr positiv überrascht. So wird der STEAKGRILLER nicht nur mit einem, sondern mit zwei Grillrosten und nicht mit einer, sondern mit zwei Gastroschalen geliefert. Zusätzlich befinden sich im Karton auch noch zwei einhängbare Ablageflächen. Eine für vorne und und ein für hinten. Beide Ablageflächen haben sich im Grillalltag als extrem nützlich erwiesen. So wird der eigentlich kompakt wirkende STEAKGRILLER zum echten Zubehörriesen.

Der Platzhirsch BEEFER ONE PRO bringt ebenfalls einiges an Zubehör, wie beispielsweise zwei Grillroste, einen Grillhandschuh und – als einziger Grill im Test – eine Gas-Schlauchbruchsicherung sowie einen zuverlässigen Gewerbe-Gasdruckregler mit. Der einzige Elektro-Steakgrill im Test, der ASTEUS STEAKER, kann ebenfalls mit seinem großen Lieferumfang glänzen. Sogar eine wirklich nützliche und große Grillpinzette bringt er mit.

FALM STEAKGRILLER

Verarbeitung und Qualität

Fast alle Oberhitzegrills im Test sind gut bis sehr gut verarbeitet. Bei keinem Modell haben wir scharfe Kanten oder Verarbeitungsmängel gefunden. Da die Grills meist komplett aus Edelstahl bestehen, gibt es auch bei der Materialauswahl keine Kritikpunkte. Die Grillroste sind bei Allen passgenau gefertigt und auch die Rostheber lassen sich überwiegend problemlos in die vorgesehenen Öffnungen in den Grillrosten einführen. Kein Gerät kam mit irgendwelchen Kratzern oder anderen Beschädigungen bei uns an.

Die getesteten Oberhitzegrills lassen sich aber auf Grund Ihrer Anmutung grob in drei Gruppen unterteilen.

Der BHB Q[KUH] und der STEAK BURNER S sprechen rein optisch mehr die Bastler an. Bei beiden Geräten ist klar ersichtlich, wie sie aufgebaut und zusammengebaut sind und wie man sie auch wieder zerlegt. Im Falle des fertig montiert gelieferten Q[KUH], durch die Verschraubung des Gehäuses mit normalen Schrauben und Muttern und beim Oberhitzegrill-Gehäusebausatz STEAK BURNER S durch sein Stecksystem. Der GREEKER als Oberhitzegrill, basierend auf einem Anzündkamin, fällt ebenfalls in diese Kategorie. Alle drei Steakgrills in dieser Kategorie sind einwandig gestaltet.

Die zweite Gruppe bilden die BEEFTEC HOTBOX und die Proteus BEEFBOX PRO. Beides sind professionell gefertigte, doppelwandige Geräte. Allein schon ein doppelwandiger Aufbau und maschinell sauber gekantete Bleche hinterlassen einen höherwertigeren Eindruck, als die erste Gruppe. Beide Modellen in dieser Gruppe haben einen komplett planen Garraum ohne sichtbare Verschraubungen, die bei der Reinigung stören könnten.

Der dritten Kategorie würden wir den BEEFER ONE PRO, den ASTEUS STEAKER und auch den STEAKGRILLER zuordnen. Hierbei handelt es sich um Geräte, die absolut top verarbeitet sind und die durch die Materialauswahl und durch ihr professionelles Design nochmal ein Stück hochwertiger wirken.

Jede der drei Geräteklassen hat Ihre Zielgruppe und ihre Anhänger. Wie bei einem Autokauf, so kommt es auch bei der Wahl des passenden Oberhitzegrills darauf an, was ich als Kunde möchte. Will ich ein Grillgerät, bei dem ich auch mal selber rumschrauben kann, will ich einen Steakgrill der alles notwendige bietet und mich problemlos ans Ziel – das perfekte Steak – bringt, oder will ich einen Oberhitzegrill der allein schon vom Image und der Erscheinung her ein Statement setzt und der gewisse Extras hat, welche die Reise ans Ziel angenehmer gestalten.

BEEFBOX PRO

Rostführung

Ein sehr wichtiges Thema bei Oberhitzegrills ist die Rostführung. Hier gibt es unterschiedliche Lösungsansätze von den Herstellern. Proteus setzt bei der BEEFBOX PRO beispielweise auf eine sehr feine Rasterung der Führungsschienen für den Grillrost. Das hat den großen Vorteil, dass man den Abstand zum Keramikbrenner sehr fein justieren und damit optimal anpassen kann. Leider hat die sehr feine Rasterung aber auch den Nachteil, dass es dadurch relativ fummelig wird, den Rost richtig in die Führungen zu bekommen.

Dafür sind die Rostführungen nach dem Lösen von ein paar Schrauben entnehmbar und der Innenraum des Oberhitzegrills so leichter zu reinigen. Auch beim STEAKGRILLER sind die Führungen mit Hilfe von Werkzeug für eine leichtere Reinigung herausnehmbar. Allerdings haben beim Oberhitzegrill von FALM die Rostführungen einen etwas größeren Abstand und der Rost ist so leichter positionierbar.

Bei der HOTBOX von BEEFTEC und beim STEAKER von ASTEUS sind die Führungsschienen fest mit dem Gehäuse verbunden. Außerdem gibt es im Vergleich zur BEEFBOX und zum STEAKGRILLER relativ wenig Möglichkeiten bei der Variation des Abstands zum Brenner. Die Reinigung klappt aber bei beiden Steakgrills trotzdem recht gut.

Sonderfälle stellen die Systeme für die Rosthalterung beim GREEKER und beim BHB Q[KUH] dar. Der GREEKER hat als Anzündkamin-Oberhitzegrill einen komplett anderen Aufbau und der BHB Grill setzt lediglich auf zwei Querstangen, auf denen der Grillrost aufliegt.

Die Königsklasse bei den Rostführungen bieten aber der Klassiker BEEFER ONE PRO und auch der Gehäusebausatz STEAK BURNER S. Beide kommen mit werkzeuglos, innerhalb von Sekunden entnehmbaren Führungsschienen daher. Außerdem bieten sie viele Variationsmöglichkeiten bei der Höhenverstellung des Grillrostes. Auf jeden Falls Spitzenklasse in dieser Testkategorie.

ASTEUS STEAKER

Inbetriebnahme

Auch bei der Inbetriebnahme unterscheiden sich die getesteten Oberhitzegrills teilweise wesentlich. Die urtümlichste Form des Anzündens bietet der GREEKER. Mit einem Anzündkamin als zentrales Element muss man erstmal Kohlen oder Briketts durchglühen lassen, bevor es dann nach rund 20 bis 25 Minuten losgehen kann. Dafür ist er mit glühenden Kohlen, der einzig wahre Grill.

Am bequemsten geht die Inbetriebnahme hingegen beim STEAKER von statten. Einfach Stecker in die Steckdose, Schlüssel auf Position 1 drehen und nach 5 Minuten liegen mehrere hundert Grad Hitze an.

Bei den Gasgrills lassen sich zwei Gruppen unterscheiden. Grills MIT eingebautem Zünder und solche OHNE eingebauten Zünder. Beim BHB Q[KUH], bei der BEEFBOX, bei der HOTBOX und beim STEAK BURNER S sollte man zum anzünden unbedingt ein Stabfeuerzeug oder Kaminstreichhölzer verwenden und wenn möglich, auch teilweise beiliegende Schutzhandschuhe. Die entstehende Flamme beim zünden der Oberhitzegrills versengt einem sonst innerhalb von Sekunden sämtliche Haare an der “Zündhand”, wenn man nicht aufpasst, oder nicht schnell genug ist.

Wesentlich bequemer ist da der STEAKGRILLER zu bedienen. Mit seinem eingebauten Piezozünder drückt man einfach ein paarmal auf das Knöpfchen, während man den Gashahn aufdreht und schon zündet der Keramikbrenner.

Noch eins drauf in Punkto Bequemlichkeit setzt der BEEFER ONE PRO. Bei seinem eingebauten Elektrozünder muss man nicht mehrfach drücken, sondern lässt den Knopf einfach kurz gedrückt um eine Orgie an Zündfunken auszulösen, die den Keramikbrenner auch innerhalb von Sekunden entflammt. Der BEEFER ONE PRO hat ganz klar seinen Preis, aber wie man hier sieht bietet er dafür auch Funktionen, die den Grillalltag wesentlich erleichtern und die andere Grills nicht bieten. Das sollte man bedenken, wenn man ihn preislich mit der Konkurrenz vergleicht.

Rostvergleich

Rostfläche

In Punkto Rostfläche sind sich fünf der getesteten Grills sehr ähnlich. Der BEEFER ONE PRO, der STEAKGRILLER, die BEEFBOX PRO, die HOTBOX und der Q[KUH] haben alle ähnlich große, rechteckige Rostflächen. Dies ergibt sich daraus, dass zum einen die Größe durch den Formfaktor des Keramikbrenners vorgegeben wird und zum anderen, dass bei allen fünf Oberhitzegrills Gastronorm Schalen in der Größe 1/4 verwendet werden, die, wie der Name schon sagt, genormt sind.

Aus der Reihe tanzen bei der Rostfläche der GREEKER, der STEAKER und der STEAK BURNER S. Der Kohle-Oberhitzegrill von GREEK FIRE hat einen Runden Rost, vorgegeben durch die annähernd runde (achteckige) Form des Anzündkamins(AZK).

Der Rost des STEAK BURNER S ist sowohl in der Länge, als auch in der Breite etwas größer, als die fünf anderen Grills mit ebenfalls rechteckiger Rostfläche im Test. Das führt dazu, dass für die Verwendung der beiliegenden Gastronorm Schale eine Halterung notwendig ist, die aber ebenfalls im Lieferumfang des Oberhitzegrill-Gehäuses enthalten ist.

Den größten Grillrost im Test hat aber der STEAKER von ASTEUS. Mit seinen 29cm mal 22,5cm ist es um ein gutes Stück größer, als die Standard Roste bei Oberhitzegrills. Das erscheint auf den ersten Blick sehr praktisch, denn Grillfläche kann man ja nie genug haben. Beim Toastbrottest zeigt sich aber, dass es nicht immer auf die Größe ankommt, sondern auch auf die Technik, bzw. die wirklich nutzbare Rostfläche.

Toastbrottest

Toastbrottest

Um die Hitzeverteilung in Grills sichtbar zu machen hat sich der so genannte Toastbrottest etabliert. Dabei wird die Grillfläche des heißen Grills gleichmäßig mit Toastbrotscheiben ausgelegt. Da sich Toastbrot ja bekanntlich unter Hitzeeinwirkung sehr schnell verfärbt, wird durch die unterschiedlich starke Verfärbung der Toastscheiben die Verteilung der Hitze auf der Grillfläche relativ gut sichtbar.

In unserem Oberhitzegrill Test zeigt sich dadurch, dass die auf den ersten Blick sehr vorteilhaft wirkenden, großen Grillflächen von STEAKER und STEAK BURNER S, gar nicht so viel Zusatznutzen bringen, wie man auf den ersten Blick vermutet. Die Fläche, die mit mehreren hundert Grad Hitze bestrahlt wird, ist nämlich nicht wirklich größer, als bei BEEFER ONE PRO und Co.

Was positiv auffällt ist, dass sich bei fast allen Oberhitzegrills im Test die Hitze relativ gleichmäßig verteilt. Lediglich zur Gehäuseöffnung hin, nimmt die Bräunung der Toastscheiben abrupt ab. Das war aber zu erwarten, da irgendwann einfach die Keramikbrenner zu Ende sind und die Gehäuse ja nach Vorne hin geöffnet sind.

Grilltest

Grilltest

Beim Grilltest mussten die Geräte im Test zeigen, was sie wirklich können. Hierbei ging es uns nicht um irgendwelche Zahlen oder Fakten, sondern um die harte Realität. Beim Grilltest mussten die Steakgrills zeigen, wie sie ihre Hauptaufgabe, nämlich eine geniale, gleichmäßige Kruste auf Steaks zu zaubern, wirklich erfüllen. Zusätzlich haben wir beim Grilltest darauf geachtet, wie gut sich die Höllenmaschinen im Alltag bedienen lassen.

Keiner der Grills im Test hat sich beim Praxistest, nämlich der Vergrillung des perfekten Steaks (in unserem Fall Black Label Dry Aged Ribeye von www.der-ludwig.de), großartige Schwächen geleistet. Das Ergebnis war bei jedem getesteten Steakgrill mehr als zufriedenstellend. Alle Geräte haben unsere Steaks mit ihrer brachialen Hitze von oben mit durchgängigen, genialen, gold-braunen Krusten veredelt. Ein überraschendes Ergebnis. Selbst der an einer ganz normalen Haushaltssteckdose betriebene STEAKER von ASTEUS liefert als Elektrogrill ein wirklich mehr als überzeugendes Ergebnis ab.

Egal, für welchen Oberhitzegrill aus dem Test man sich entscheidet, in Punkto Grillleistung macht man mit keinem Modell einen Fehler. Bei der Auswahl des jeweils für euch passenden Grills, kommt es also vielmehr auf andere Punkte an. Einer dieser Punkte ist z.B. das Thema Reinigung.

Reinigung

Reinigung

Mindestens genau so wichtig, wie das Thema Grillergebnis, ist das leidige Thema Reinigung. Die Aufbereitung des Steakgrills nach erfolgter Vergrillung ist für kaum jemanden ein wirklicher Spaß, sondern für die meisten von uns einfach ein notwendiges Übel. Wenn man nach dem Grillen stundenlang mit der Reinigung des Grillgerätes beschäftig ist, dann überlegt man sich beim nächsten Mal gut, ob man den Grill wirklich verwendet. Grillen soll ja schließlich Spaß machen.

Zum Glück leistet sich beim Thema Reinigung keiner der Oberhitzegrills im Test großartige Schnitzer. Alle Roste, Rostheber und Gastroschalen wandern nach dem Grillen einfach in die Spülmaschine. Bei der Reinigung der Außenseite gilt die Devise “Weniger Ausschnitte im Gehäuse ist mehr”, denn gerade in den teilweise sehr fein ausgeschnittenen Schriftzügen und Logos verfängt sich doch der ein oder andere Schmutz oder man bleibt mit dem Reinigungstuch hängen.

Viel wichtiger ist jedoch die Reinigung der Garraumes. Hier haben der BEEFER ONE PRO und der STEAK BURNER S mit ihren werkzeuglos entnehmbaren Rostführungen ganz klar die Nase vorn. Nach dem entfernen der Führungsschienen bleibt bei beiden ein gut zugänglicher Garraum, mit glatten und gut abwischbaren Oberflächen. So ist die Reinigung im Handumdrehen erledigt.

Ähnlich komfortabel, aber mit etwas mehr Aufwand geht die Reinigung bei der BEEFBOX PRO und beim STEAKGRILLER von statten. Auch bei diesen beiden Modellen sind die Rosthalter zur leichteren Reinigung des Grills entnehmbar, allerdings dafür vorher ein paar Schrauben zu lösen.

Durch den gut zugänglichen Garraum und die relativ großen Abstände zwischen den Führungsschienen sind aber auch die Modelle mit fest verbauten Rostführungen, die HOTBOX und der STEAKER, relativ gut zu reinigen.

Der Q[KUH] hat erst gar keine Führungsschienen, die stören könnten, da er auch ein anderes System der Rosthalterung setzt und der GREEKER hat erst gar kein Gehäuse im eigentlichen Sinn. Leider stören bei der Reinigung des Q[KUH] aber die in den Innenraum ragenden Gehäuseschrauben etwas, da man an ihnen mit dem Schwamm oder Tuch hängen bleibt.

Besonders positiv hervorzuheben ist an dieser Stelle aber der STEAK BURNER S, dessen Gehäuse nach dem Lösen von nur vier Schrauben KOMPLETT zerlegt werden kann. Sämtliche Gehäuseteile können so für eine Grundreinigung in die Spülmaschine wandern. Wirklich clever.

Temperaturentwicklung

Temperaturentwicklung und Sicherheit

Sicherheit ist gerade beim Grillen ein wichtiges Thema. Deshalb haben wir im Oberhitzegrill Test darauf geachtet, ob ein Grill scharfe Kanten oder Verarbeitungsmängel aufweist. Das war zum Glück bei keinem der getesteten Grillsportgeräte der Fall. Allesamt sind gut und sorgfältig verarbeitet und bieten diesbezüglich wenig Verletzungsgefahr.

Bei Steakgrills, die auf teilweise mehr als 800 grad aufgeheizt werden, ist natürlich die Frage, wie heiß sie an der Außenseite des Gehäuses werden. Keine Frage, beim Umgang mit einem Grill ist auf Grund der Temperaturen immer Vorsicht geboten und auch auch Kinder haben in der Nähe eines laufenden Grills nichts zu suchen.

Dennoch gibt es bei den getesteten Grillmodellen Unterschiede diesbezüglich. Der Auf einem Edelstahl-Anzündkamin basierende GREEKER wird natürlich an der Außenseite mehrere hundert Grad heiß. Er ist eben ein Anzündkamin, in dem sich glühende Kohlen oder Briketts befinden. Hier ist die entsprechende Vorsicht geboten, wie bei jedem anderen Anzündkamin auch.

Einwandig aufgebaute Oberhitzegrills wie der BHB Q[KUH] und der STEAK BURNER S  werden leider auch an der Außenseite schon nach relativ kurzer Zeit ziemlich heiß. Da ist ja auch logisch, wenn das Gehäuseblech auf der Innenseite unter 800 Grad Dauerfeuer steht.

Dass es aber auch besser geht, zeigen die doppelwandig konstruierten Steakgrills im Test. Der BEEFER ONE PRO, die HOTBOX, die BEEFBOX und der STEAKGRILLER zeigen, dass durch einen Aufbau wie bei einer Thermoskanne die Temperaturen außen am Gehäuse im Zaum gehalten werden können und so die Verletzungsgefahr reduziert werden kann.

Natürlich würde niemand absichtlich mit der Hand an einen heißen Grill fassen, aber gerade beim Grillen mit 800 Grad kommt es oftmals auf Sekunden an und da kann man schonmal versehentlich das Gehäuse berühren.

Von den sechs Gasgrills im Test werden fünf mit einem zugelassenem Standard-Gasdruckregler und zugehörigem Gasschlauch geliefert. Einzig allein der BEEFER ONE PRO verfügt über einen Gastro-Gasdruckregler und wird sogar noch zusätzlich mit einer zur Verwendung im harten Gastronomieeinsatz vorgeschriebenen Thermosicherung geliefert.

Auch in der Kategorie Sicherheit leistet sich keiner der Oberhitzegrills im Test besondere Ausfälle. Es zeigt sich aber, dass es hier durchaus Unterschiede zu beobachten gibt.

Alltagstauglichkeit

Alltagstauglichkeit

Nur wenn ein Grill auch im Alltag in der Summe seiner Eigenschaften überzeugt, dann setzt man ihn auch gerne und oft ein. Jeder von uns hat “Leichen” oder Geräte im Keller, die man unbedingt haben musste, dann aber kaum benutzt hat. Da ein Oberhitzegrill eine nicht unerhebliche Investition darstellt, sollte man sich deshalb vorher überlegen, was für einen selbst wichtig ist und welcher Steakgrill am besten zu einem passt.

Neben dem Grillergebnis spielt hier auch der Grillerlebnis eine große Rolle. Macht das Grillen mit dem gewählten Steakgrill Spaß, oder ist es ein notwendiges Übel? Grillt man sein Steak lieber auf dem normalen Grill, oder in der Pfanne, weil man keine Lust auf die umständliche Reinigung seines Steakgrills hat? Hat man die Zeit, um erstmal Kohlen durchglühen zu lassen, oder ist man mehr der Typ “Stecker rein und Vollgas”? Alle diese Aspekte und persönlichen Kriterien sollte man bedenken, wenn man gerade auf der Suche nach einen Oberhitzegrill ist. Dieser Test soll helfen, Euch die Entscheidung zu erleichtern.

Keiner der getesteten Grills leistet sich in der Alltagstauglichkeit große Schwächen. Der STEAKGRILLER jedoch, sticht in diesem Punkt positiv aus der Menge hervor. Bedingt durch seine relativ kompakte Bauform, findet er praktisch in jeder Outdoorküche Platz und lässt sich auch problemlos mal im Schrank oder im Regal verstauen, wenn er im Weg steht. Sehr praktisch sind die zwei Tragegriffe im oberen Bereich des Grills, die nie mehr als Handwarm werden und mit denen sich der STEAKGRILLER auch im heißen Zustand problemlos bewegen lässt, falls nötig. Noch viel praktischer als die Tragegriffe des STEAKGRILLER sind aber seine zusätzlichen Ablageflächen. Die Ablagefläche im vorderen Bereich mit einem Ausschnitt für eine GN Schale fängt herausspritzendes Fett und auch heruntertropfende Fleischsäfte zuverlässig auf und sorgt damit dafür, dass ihr euch eure Arbeitsfläche nicht unnötig einsaut. Eine zusätzliche Ablagefläche, die wahlweise links oder rechts am Gehäuse sicher eingehängt werden kann, bietet ausreichend Platz um beispielsweise das nächste Steak auf dem zweiten Grillrost vorzubereiten, während ein anderes gerade in der Höllenglut schmort. Sehr praktisch!

Wer sich ohne großen Aufwand einfach nur mal schnell ein perfektes Steak grillen möchte, der ist dem Elektrogrill STEAKER von ASTEUS sicherlich gut beraten. Für den STEAKER sind weder Gasflasche noch Grillkohle nötig. Einfach Stecker in die Steckdose und losgrillen.

Preise und Bezugsquellen

Sämtliche Oberhitzegrills im Test sind im Online-Shop des jeweiligen Herstellers bestellbar. Dort kann man sich praktischerweise auch gleich sinnvolles Zubehör, wie z.B. einen genau passenden Pizzastein bestellen. Fast alle Geräte sind aber auch bei Drittanbietern wie Amazon, Springlane oder auch Media Markt bestellbar.

Die Preise reichen dabei von rund 200 Euro für das GREEKER Set bis hin zu den fast 900 Euro, die ASTEUS für seinen STEAKER aufruft.

 

Fazit

Fazit

Die Auswahl des richtigen Oberhitzegrills ist wie die der Kauf eines Kleidungsstückes. Er muss einem gefallen, man muss sich mit ihm wohl fühlen, ihn gerne benutzen, er sollte unkompliziert in der Handhabung und bezahlbar sein. Dabei setzt jeder andere Schwerpunkte. Aus diesem Grund gibt es auch eine ganz klare Aussage, welches der beste Oberhitzegrill im Test ist: “Es kommt darauf an!” 🙂

Lest Euch die Detaillierten Einzeltests zu den Geräten einfach in Ruhe durch und verschafft Euch so einen Eindruck von den Vorteilen und Nachteilen jedes Gerätes. Setzt Eure Schwerpunkte und wählt dann denn passendsten Oberhitzegrill füreuch, der in euer Budget passt.

Wir haben Euch dazu hier die Einzeltests nochmal verlinkt:

 

Über den Autor:

Christian Reder

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