Tests und Erfahrungen

Beeftec Hotbox C900 Test

BEEFTEC HOTBOX C900
Verfasst von Christian Reder

Solide, schön, sexy! Die junge Firma Beeftec Grillgeräte GbR hat mit der HOTBOX C900, ihren ersten Oberhitzegrill auf den Markt gebracht und dabei gleich vieles richtig gemacht. Die Hotbox wirkt sehr sauber verarbeitet und offenbahrt auf den ersten Blick wenig Schwachstellen. Befeuert wird die HOTBOX, wie viele andere Steakgrills auch, mit Gas. Was der Oberhitzegrill wirklich drauf hat und ob es Punkte gibt, bei denen die Jungs von Beeftec bei der nächsten Version der HOTBOX noch einen drauf setzen können, erfahrt Ihr im folgenden Testbericht.

BEEFTEC HOTBOX

Lieferumfang und erster Eindruck

Die HOTBOX wird mit allem geliefert, was man für die Inbetriebnahme braucht. Sie kommt fertig montiert bei Euch an und Ihr könnt praktisch sofort loslegen. Im Lieferumfang der HOTBOX befinden sich konkret folgende Teile:

  • Die HOTBOX C900 selbst
  • Ein ca. 1m langer Gasschlauch
  • Ein Druckminderer
  • Ein Grillrost aus 4mm Edelstahl
  • Ein Rostheber aus 3mm Edelstahl
  • Eine flache 1/4 GN Edelstahlschale
  • Ein Paar Handschuhe
  • Eine Bedienungsanleitung

Wie die HOTBOX verpackt ist und wie Sie bei Euch ankommt, könnt Ihr in unserem Beeftec HOTBOX Unboxing genauer nachlesen.

Beeftec Hotbox

Die HOTBOX macht rein optisch einen sehr guten Eindruck. Die verwendeten Materialien wirken hochwertig, sind sauber entgratet und fest miteinander verbunden. Was auch sofort auffällt ist, dass die HOTBOX komplett vernietet ist. Das bedeutet, man kann Sie nicht für eine eventuelle Komplettreinigung einmal im Jahr zerlegen und wieder zusammensetzen. Dafür müsste man die Nieten aufbohren und sie neu vernieten. Auf Grund der geringen Spaltmaße ist das zwar kein wirklich großes Problem, aber da viele von Euch Wert auf eine einfache Reinigung des Gerätes legen und manche Oberhitzegrills für die Reinigung teilweise komplett zerlegbar sind, oder zumindest der Standfuß abgenommen werden kann, sollte man das wissen.

BEEFTEC HOTBOX

Verarbeitung und Qualität der HOTBOX

Man merkt, dass Lukas und Fritz, die beiden Gründer von Beeftec viel Erfahrung und Herzblut in den Oberhitzegrill gesteckt haben. Vor der Gründung Ihres Startups haben waren sie über lange Zeit in den bekannten Grillforen zum Thema Oberhitzegrills aktiv und haben wichtige Erfahrungen im Austausch mit anderen Interessierten gesammelt. Diese Erfahrungen haben Sie in die HOTBOX einfließen lassen und das merkt man auch. Die HOTBOX ist ein durchdachtes Gerät. Sie ist nicht perfekt, wie wir in den weiteren Abschnitten noch sehen werden, aber Ihr Preis-Leistungsverhältnis kann sich auf jeden Fall sehen lassen. Die verwendeten Materialien sind tadellos und deren Verarbeitung und Veredelung lassen die Passion der Jungs für ihr “Baby” erkennen. Nichts klappert, nichts wackelt und die Hotbox steht absolut stabil auf ihren vier Edelstahl-Füßen. Das doppelwandige Gehäuse besteht zwar “nur” aus 1mm starkem Edelstahl, aber dieser ist sauber gekantet und lässt sich an keiner Stelle eindrücken. Eine größere Materialstärke steht beim Gehäuse einem Oberhitzegrills in keinster Weise für Qualität, wie sich an der Hotbox gut zeigen lässt.

Beeftec Hotbox

Rostführung

Die Rostführung der Hotbox besteht aus fünf fest mit dem Gehäuse verbundenen Führungsschienen. Diese sind in unterschiedlichen Abständen angeordnet. Eine Ebene befindet sich fast ganz unten, knapp über dem Raum für den flachen 1/4 GN Behälter. Ideal zum Nachziehen von Fleischstücken geeignet. Ziemlich genau in der Mitte des Garraumes befindet sich eine weitere Ebene. Auf dieser Höhe lassen sich größere Fleischstücke ideal veredeln, weil sie so noch gut unter den Brenner passen. Ganz oben unter dem Keramikbrenner befinden sich dann die restlichen drei Einschub-Ebenen in relativ geringem Abstand zueinander, so dass man unterschiedlich dicke Steaks in jeweils idealem Abstand zum Brenner positionieren kann.

Man könnte an dieser Stelle bemängeln, dass andere Oberhitzegrills eine feinere Rostführung besitzen. Dies würde ich persönlich als “nice to have” bezeichnen, aber nicht für zwingend notwendig erachten. Eine feine Rasterung wird ja vor allem für Steaks benötigt und genau für diesen Anwendungsbereich sind ja auch bei der Hotbox drei eng beieinander liegende Führungen im oberen Bereich vorhanden.

Der große Vorteil der großzügig ausgelegten Führungsschienen der Hotbox ist, dass sich so der Grillrost völlig problemlos und ohne Verkanten rausziehen und reinschieben lässt. Auch in der obersten Ebene lässt sich der Rostheber noch problemlos vom Grillrost lösen und man stößt damit nicht oben am Grillgehäuse an. Ein echter Vorteil im Vergleich zu einigen anderen Oberhitzegrills. Gerade bei Temperaturen um die 800 Grad kommt es wirklich manchmal auf Sekunden an und da ist eine hakelige bzw. fummelige Rostführung eher nachteilig.Beeftec Hotbox

 

Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme der Hotbox von Beeftec gestaltet sich relativ einfach. Wie bei allen anderen Gasgrills, muss der Gasschlauch auf der einen Seite mit dem Grill und auf der anderen Seite mit einem Druckminderer verbunden werden, welcher wiederum an die Gasflasche angeschlossen wird. Die Dichtigkeitsprüfung bitte nicht vergessen! Danach muss nur noch Gasflasche und Gasregler an der Hotbox aufgedreht werden. Vorher ist ein eine Flamme unter den Keramikbrenner zu halten, um das ausströmende Gas zu entzünden.

Leider ist in der Hotbox C900 kein Piezozünder verbaut. Dies ist bei manch anderen Oberhitzegrills der Fall und eine echte Vereinfachung. Natürlich geht es auch problemlos mit den beigelegten Hitzeschutzhandschuhen und einem Feuerzeug oder Streichholz, aber eine Zündung per Knopfdruck wäre wesentlich bequemer. Zündhölzer oder Feuerzeug liegen der Hotbox übrigens nicht bei. Hier könnten die Jungs ein kleines Starterset mit dazupacken, ohne sich kostenmäßig zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Ideal wäre ein einfaches Stabfeuerzeug, wie ich es bei einem anderen Grill als Beilage bereits gesehen habe.Beeftec Hotbox

Rostfläche

Die Hotbox hat eine Rostfläche von ca. 26,5cm mal 16cm. Das entspricht ungefähr auch den Rostgrößen der meisten Wettbewerber aus dem Segment mit EINEM Keramikbrenner. Oberhitzegrills mit ZWEI Brennern testen wir in einem zweiten Testdurchlauf separat, da man hier sonst Äpfel mit Birnen vergleichen würde. Der Rost der Hotbox wurde aus einem Stück gelasert und weist eine Materialstärke von 4mm auf, der zugehörige Rostheber ist 3mm stark. Da biegt und verzieht sich auch im längeren Betrieb nichts. Dank der großen Aussparungen im Grillrost können die Fleischsäfte gut abtropfen und das Steak bleibt schön knusprig.

Beeftec Hotbox

Toastbrottest

Viel interessanter, als die eigentliche Rostfläche, ist aber die wirklich nutzbare Rostfläche. Ein riesiger Rost bringt keinen Mehrwert, wenn der Keramikbrenner nur einen Teil der Rostfläche befeuert. Aus diesem Grund und auch um die Gleichmäßigkeit der Hitzeverteilung zu überprüfen, hat sich unter Grillern der sogenannte Toastbrottest etabliert. Hierzu wird die Rostfläche möglichst gleichmäßig mit Toastbrot Scheiben ausgelegt und anschließend der Hitze ausgesetzt. Das Ergebnis zeigt dann relativ gut auf, wo die Hitze nicht besonders gut hinkommt und wo sich eventuell HotSpots bilden. Selbstverständlich haben wir den Toastbrottest für euch auch bei der Beeftec Hotbox durchgeführt.

Wie auf dem Foto unten zu erkennen ist, schneidet die Hotbox hier sehr gut ab. Die Hitzeverteilung ist relativ gleichmäßig und auch die Randbereiche werden noch gut gebräunt. Lediglich im rechten Bereich, dass ist der Bereich der zur Vorderseite des Grills gezeigt hat, nimmt die Hitze abrupt ab. Dies ist aber keinesfalls ungewöhnlich, da in dem Bereich der Brenner endet. Keiner der von uns getesteten Grills schafft eine wirklich komplette Bräunung der Toasts. Alle haben im vorderen Bereich ihre Schwächen. Dies ist konstruktionsbedingt bei Oberhitzegrills offensichtlich nicht anders möglich.

Beeftec Hotbox

Grilltest

Natürlich haben wir die Hotbox für Euch auch im echten Einsatz getestet. Ein Dank geht an dieser Stelle an www.der-ludwig.de, die uns mit Ihrem wirklich großartigen Black Label Dry Aged Ribey unterstützt haben. Diese genial marmorierten Steaks bilden die perfekte Grundlage für eine Vergrillung in der Hotbox.

Beeftec Hotbox

Der Rost lässt sich problemlos einschieben und die zur Verfügung stehenden Rostführungen sind von der Variabilität her völlig ausreichend. Dank des großzügigen Abstandes zwischen den Schienen ist das einführen des Rostes kein Gefummel, sondern geht leicht von der Hand. Dann beginnt auch gleich das Flammeninferno 🙂

Beeftec Hotbox

Was der Toastbrottest schon vermuten ließ, bestätigt sich im Real-Einsatz. Das Steak ist nach ca. 60 Sekunden optimal und gleichmäßig gebräunt. Ein wirklich appetitliches Ergebnis, wie man es sich wünscht. Die Hauptaufgabe, nämlich eine Maillard-Reaktion der Extraklasse auf Fleisch zu zaubern, erledigt die Hotbox mit Bravour. An dieser Stelle alles richtig gemacht Beeftec 🙂

Beeftec Hotbox

Reinigung

Die Reinigung der Hotbox gestaltet sich durch die vielen geraden Flächen relativ einfach. Die Rostführungen sind zwar nicht herausnehmbar, aber durch die großen Abstände kommt man auch relativ gut mit dem Lappen zwischen die Schienen. Laut beiliegender Bedienungsanleitung sind für die Reinigung Spülmittel, Schwamm und Tuch zu verwenden. Eine Reinigung nach JEDEM Gebrauch ist zwingend zu empfehlen, da sich bei 800 Grad Verunreinigungen ziemlich schnell ins Material einbrennen und dann nur noch schwer entfernbar sind, wie bei allen anderen Steakgrills auch. Auch die Außenseiten der Hotbox lassen sich sehr einfach säubern, da hier ebenfalls viel Wert auf große, möglichst geschlossene Oberflächen ohne viel Firlefanz gelegt wurde.

Den Grillrost, den Rostheber und die Gastroschale könnt Ihr einfach in die Spülmaschine geben und fertig. Wie oben bereits angemerkt, wäre es traumhaft, wenn sich die Hotbox für die Reinigung (werkzeuglos) komplett zerlegen lassen würde. Auf Grund des doppelwandigen Gehäuses und der Vernietungen ist dies wohl aber leider nur schwer realisierbar.Beeftec Hotbox

Temperaturentwicklung und Sicherheit

Der Brenner der Hotbox liefert eine von uns gemessene Maximaltemperatur von rund 880 Grad. Die Messung wurde mit einen Infrarot-Thermometer und nach bestem Wissen und Gewissen durchgeführt. Sie kann jedoch nur als Näherungswert gelten, denn ein echter Vergleich wäre nur unter Laborbedingungen und mit entsprechendem Aufwand möglich. Wir wollen die Kirche aber mal im Dorf lassen. 800 Grad werden auf jeden fall erreicht und die Temperatur reicht für eine geniale Kruste aus, wie Ihr auf dem Bild von der Vergrillung oben gut erkennen könnt.

Trotz der hohen Temperaturen bleibt das Gehäuse außen auch nach 40 Minuten Dauerbetrieb nur lauwarm und man kann es gut anfassen. Dies gilt nicht für den Bereich direkt am Brenner. Hier geht es bauartbedingt heißer zu. Alles in allem ist die Hotbox sehr gut nach außen hin isoliert und man läuft nicht Gefahr, sich versehentlich die Pfoten zu verbrennen.

Der Stand des Gasreglers lässt sich durch die Pfeilmarkierung (siehe Foto unten) gut ablesen. Was mir nicht so gut gefällt ist dass der Bereich des Gasreglers mit der empfindlich wirkenden Zuleitung für den Sicherheits-Thermoschalter nicht durch ein zusätzliches Abschirmblech geschützt ist. Das können andere Hersteller teilweise besser. Wenn die Hotbox immer an der selben Stelle stehen bleibt, fällt dieser Punkt weniger ins Gewicht. Wenn Ihr sie aber zum Grillen immer raus holen und nach dem Grillen wieder verräumen müsst, dann kann man hier durchaus mal versehentlich etwas beschädigen. Eventuell eine gute Idee für die Hotbox Version 2.0? 😉

Beeftec Hotbox

Alltagstauglichkeit

Dank der relativ großen Bauhöhe des Garraumes lassen sich Steaks im unteren Bereich relativ gut auf Temperatur ziehen. Ein wichtiger Punkt, wenn man sein Fleisch vorher nicht längere Zeit mit einem Sous-Vide Gerät oder mit einem zusätzlichen Grill mit indirektem Setup auf die gewünschte Kerntemperatur bringen möchte. Mit der Hotbox C900 von Beeftec kann man also einfach mal so spontan ein leckeres Steak mit genialer Kruste zubereiten, ohne auf weitere Hilfsmittel angewiesen zu sein.

Die mitgelieferte Gastroschale im unteren Bereich des Grills fängt den Großteil des Fettes und der Fleischsäfte auf. Was trotzdem daneben geht, lässt sich dank der vielen geraden Flächen relativ problemlos heraus wischen.
Beeftec Hotbox

Preis und Bezugsquellen

Die Hotbox ist aktuell zu einem Preis von 419,- Euro direkt über den Onlineshop von Beeftec oder auch über Amazon erhältlich. Über den Onlineshop der Jungs könnt Ihr dann auch gleich ein passendes Kochbuch mit Rezepten, speziell für Oberhitzegrills erwerben. Das Kochbuch haben wir euch bereits schonmal hier vorgestellt.

Beeftec Hotbox C900 – Fazit

Die Hotbox von Beeftec ist ein durchdachter Oberhitzegrill, ohne größere Schwächen. Dabei ist die Hotbox nicht nur ein “Gerät” um geniale Krusten auf Steaks zu bekommen. Dank der tollen Materialauswahl und Konstruktion zeigt man sein Schmuckstück auch gerne mal her. Dabei kann die Hotbox nicht nur durch Optik, sondern auch durch ihre durchwegs guten, sonstigen Werte überzeugen. Ein tolles Komplettpaket, bei dem man für knapp über 400 Euro eigentlich nicht viel falsch machen kann. Der IDEALE und PERFEKTE Oberhitzegrill ist uns leider noch nicht vor die Füße gefallen. Jeder hat so seine kleinen Schwächen, so auch die Hotbox. Das Preis-Leistungsverhältnis der Hotbox kann aber im Vergleich auf jeden Fall als sehr gut bezeichnet werden.

Am besten herausfinden, ob die Hotbox das passende Gerät für Euch ist, könnt Ihr mit unserem großen Oberhitzegrill Test 2017.

BEEFTEC HOTBOX C900

Über den Autor:

Christian Reder

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